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Synth Quickie: Drums programmieren

Hast du dir jemals gedacht „Mann, wäre das geil, wenn ich ein 8-Minuten-Video hätte, das mir zeigt, wie man Kick, Snare und Hi-Hat komplett von Grund auf synthetisiert"?
Na, dann ist heute dein Glückstag! Übrigens ziemlich spezieller Gedanke. Weirdo.

Wenn du den Drang verspürst, deinen neuen Drum-Track zu erstellen und zu teilen, komm zu uns ins Forum.

VIDEO-TRANSKRIPT

Drums. Wir haben hier eine Kick, eine Snare und eine Hi-Hat, alles synthetisiert – in dem Fall mit Primer. Aber du kannst wirklich so ziemlich jeden Synth nehmen.

Wir fangen mit unserer Kick an. Klingt so. Jetzt setze ich das zurück, damit wir sie von Grund auf designen können. So klingt sie als einfacher Sägezahn. Das ist eine richtig tiefe Tonhöhe – C minus eins. Genau die Note, die ich spiele. Wir schalten jetzt auf eine Sinuswelle um.

Jetzt hörst du sie kaum noch. Kaum wahrnehmbar. Um diesen Kick-Sound zu bekommen, starten wir die Tonhöhe richtig hoch und lassen sie super schnell abfallen – mit einer Modulations-Hüllkurve oder in dem Fall einer Pitch-Hüllkurve. Also dreh ich sie voll auf. Und mit einem richtig langen Decay kriegen wir das hier.

Ich spiele eine ziemlich kurze Note, also – so klingt es, wenn ich die Taste gedrückt halte. Wenn wir das jetzt richtig schnell machen – ich stell's auf etwa vier oder fünf Millisekunden – dann fängt dieser Tonhöhenabfall an, perkussiv zu klingen. Aus irgendeinem Grund erzeugt diese schnell fallende Tonhöhe einen perkussiven Sound. Das ist im Grunde unsere Basis-Kick.

Jetzt füg ich noch etwas Verzerrung hinzu. Macht sie ein bisschen fetter. Wenn ich jetzt die Taste gedrückt halte – kriegst du diese Note am Ende. Wollen wir nicht. Also nehmen wir die Hüllkurve und machen sie richtig kurz. Genau so, dann können wir sie mit dem Release angleichen. Jetzt haben wir dieses kleine ‚T' am Anfang unseres Sounds – das können wir loswerden, wenn wir's nicht wollen, indem wir den Attack ein bisschen erhöhen. Aber vielleicht willst du das ja.

Ich hab jetzt die Sinuswelle benutzt, aber du kannst auch andere Wellenformen nehmen, wenn du einen etwas offeneren, helleren Sound willst – hier ist zum Beispiel ein Puls, klingt so, wir werden ihn filtern. Fast ein bisschen schwammig, aber es ist einfach ein anderer Ton. Sägezahn, probier mal Dreieck – aber Sinus gibt dir den saubersten Sound. Das ist unsere Kick.

Kommen wir jetzt zur Hi-Hat. Das ist eine Kombination aus weißem Rauschen und einer richtig hohen, mittleren Pulswelle. Ich setze das hier zurück. Das haben wir jetzt. Ich spiele eine richtig hohe Note – C7. Und wir fangen an, indem wir auf eine mittlere Pulswelle umschalten. Kein Riesenunterschied, aber es ist ein bisschen mehr – also ein bisschen mehr metallischer Vibe. Was wir von diesem Oszillator kriegen, ist sozusagen der metallische Klang, den du bekommst, wenn du eine echte Hi-Hat schlägst, weil die aus Metall sind.

Als Nächstes müssen wir das ordentlich verkürzen. Dann haben wir ein bisschen von diesem metallischen Attack, und dann können wir es per Hochpass filtern. Wir nehmen so viel wie möglich vom Tieftonbereich weg. Wir sind nur noch oben in diesem ganz kleinen Bereich. Und dann drehen wir das Rauschen auf. Ich schalte den Oszillator aus. Jetzt gibt's nur das Rauschen. Du siehst, wie die sich kombinieren und diesen metallischen Ton erzeugen plus das eigentliche Shh-Shh, das wir in der Hi-Hat wirklich haben wollen.

Ich dreh das jetzt gern ein bisschen runter, damit die kleine metallische Tonhöhe nicht so auffällig ist. Um das in Primer zu machen, schalte ich Oszillator zwei aus und fang an, den Mix von Oszillator eins wegzudrehen. Dann ist es nur noch weißes Rauschen. Das liegt bei dir. Wie viel von diesem Metallischen willst du drin haben? Ich mag's lieber dezent.

Noch ein Detail, das ich bei den Hi-Hats erwähnen will, ist die Lautstärke. Gerade ist sie sehr starr. Jede Hi-Hat hat dieselbe Lautstärke. Aber normalerweise variiert die Lautstärke, sodass manche Noten lauter sind als andere. Das bringt etwas Bounce in unser Feel.

Wir können das machen, indem wir Velocity zur Lautstärke routen. Wir stellen die Menge auf Maximum. Und als ich diese Hi-Hat aufgenommen habe, hab ich manche Noten härter angeschlagen als andere. So klingt das jetzt. Da ist mehr Bounce drin. Im Vergleich dazu, wenn es kein – jetzt alles laut. Es ist subtil, aber du spürst es wirklich. Und das ist ein wichtiger Aspekt der Hi-Hat.

Jetzt die Snare. Die Snare besteht eigentlich aus zwei verschiedenen Sounds. Du hast die Trommel, ähnlich wie bei einer Kick, und dann hast du das Rauschen. Die beiden kombinierst du, um unsere Snare zu erzeugen. Fangen wir mit der Trommel an. Die ganz für sich allein klingt so. Und um das zu machen, hab ich einfach unsere Kick genommen – das hier – und sie einfach höher gespielt.

Wenn die Kick bei C minus eins war, spiele ich jetzt dasselbe Preset bei C null. Und dann dreh ich den Decay ein bisschen runter, um sie kürzer zu machen. Ja. Das ist der Trommel-Teil unserer Snare. Fast identisch mit der Kick. Jetzt bring ich das Rauschen rein.

Die Snare und das hier – es ist einfach weißes Rauschen, das per Bandpass gefiltert wurde. Wenn ich das hier zuerst zurücksetze, schalte ich unseren Sägezahn aus und dreh das weiße Rauschen etwa bis hierhin hoch. Und dann wollen wir es formen. Vielleicht ein bisschen länger – und dann … Und ich mag auch hier ein bisschen Verzerrung, macht es einfach aggressiver. Jetzt bring ich die Trommel wieder rein – da sind sie zusammen. Hier nur die Trommel. Jetzt das Rauschen. Jetzt die ganze Kick. Drums!

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